Werner Gruber

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Exzerpt

Werner Gruber (*15.3.1970, Ostermiething, Oberöstereich), begann sein Physikstudium 1990 an der Universität Wien, das er 1999 abschloss. Seit 1997 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Experimentalphysik an der Universität Wien tätig. Neben Vortragsarbeiten an anderen Universitäten, leitet er kleinere astronomische Spielwiesen wie die Urania Sternwarte und das Planetarium Wien. 2021 wurde er von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil als Forschungkoordinator und -beauftragter des Bundeslandes Burgenland eingesetzt.

Wissenschaftliche Leistungen

Wer jetzt denkt eine Latte an qualitativ hochwertigen Fachpublikationen vorgesetzt zu bekommen, den müssen wir leider enttäuschen. Hr. Mag. Gruber hat es vorgezogen sich der schmerzhaften Erfahrung eines Doktorratsstudiums zu entziehen und gleich auf die mediale Pauke zu hauen. Man kann ihm zumindest nicht vorwerfen noch mehr Steuergelder für seine Ausbildung verbraten zu haben, als er es bis zu seinem Abschluss schon getan hat. Es existieren in seinem Fall ein paar ominöse Arbeiten – offensichtlich in Form von Buchbeiträgen – die wir der Vollständigkeit halber hier zitieren wollen [1][2]. Es schmerzt ein bisschen immer wieder dieselben Schemata durchwandern zu müssen, aber es handelt sich hier auch um einen speziellen Menschenschlag, der sich stereotypisch verhält.

Nominierung

Werner Gruber, der Ritter der Bratwurst, Graf von Rösti-Rösti, gefürchteter Vernichter und polemischer Vorantreiber des Genozids der Gattung Sus, der Mann, der sich den Gastralraum wuchten und von Hr. Puntigam die Pumpe wieder in Rhythmus brutzeln ließ.

Grund unserer Nominierung ist ein kürzlich ausgestrahltes Video, frisch aus Fellners Gulasch-Kanonen-Boulevardmedium OE24, unter dem Titel „Corona-Verschärfungen: Wien entscheidet am Dienstag“ [3]. Kaltschweißig hechelt sich Gruber – dezent hyperton mit ein paar lustigen Fachbegriffen um sich werfend – durch das Interview. Eines muss man dem Burschen lassen, er hat wirklich Nerven so viel Kren zu reiben (wienerisch für großspurig Blödsinn reden). Was hier geboten wird lässt auf den kompletten Verlust des Restverstandes von Gruber schließen. Ist ihm gar die Großhirnrinde verModert? Aber was macht Gruber so hibbelig? Es ist natürlich das garstige Virus und der Unwillen der Leute das feine Zeug der Pharmaindustrie – die doch nur unser aller Bestes will – in Ihre verseuchten Körper gelangen zu lassen. Nicht ganz unbegründete Ängste der Bevölkerung werden da im Demagogenstil niedergeschmettert.

Soll man Personen, die einerseits offensichtlich nicht mündig sind sich um ihre eigene Gesundheit zu kümmern und andererseits über keinerlei Wissen im Bereich Virologie, Immunologie oder Epidemiologie verfügen, gestatten ihre geradezu faschistisch-subjektiven Ansichten in den Medien freien Lauf zu lassen?

So fliegen einem im Interview saftige Sprüche um die Ohren:

Jetzt sollen sich diese alten Idioten doch endlich impfen lassen, die sind so dumm, die können nicht einmal drei Zahlen in eine Exponentialgleichung einsetzten. Er hat sich das Zeug reingeballert, hat einen superhohen Antikörperspiegel und er weiß nicht was die Leute mit der Potenz haben, sein Kumpel (Martin Puntigam?) hat das auch gemacht und ist immer noch potent wie ein Grizzlybär. Er kann uns die Pandemie prognostizieren, er hat das ja schließlich gelernt, dass jetzt ganz, ganz viele Leute sterben werden, vor allem die Opas und Omas, die es bis jetzt noch nicht erwischt hat. Und er kann auch ausrechnen, dass die Mortalität final bei 1.2% liegen wird.

Wirklich Hr. Gruber, haben Sie das wirklich ernsthaft alles so gesagt? (Anmerkung der Redaktion: ja, sagt er so im Interview)

Hr. Gruber, Ihre Angst ist berechtigt. Sie sind ein klassischer Kandidat um als verstorben-mit-Corona – Toter in der Statistik zu enden. Sie sind der Meinung die Ärzte wissen schon was Sache ist und die braucht man nur fragen, wenn es um die Gesundheit geht? Haben Ihnen die Ärzte irgendwann mal geflüstert, dass Sie bei Ihrem Gesundheitszustand als einer der jährlich weltweit 18 Millionen Herzinfarkt- und Insult Toten enden werden? Glück für Sie, die WHO hat Fettleibigkeit als Erkrankung deklariert und dass gilt auch ohne schwerwiegenden Erberkrankungen. Das wird dafür sorgen, dass Sie mit Ihrer „Erkrankung“ weiterhin das österreichische Gesundheitssystem nach Lust und Laune belasten können. Wenn es nochmals einen Zwischenfall gibt, könnte es durchaus passieren dass Sie sich die nächsten 20-30 Jahre von der Gesellschaft als Vollzombie durchpflegen lassen können.

Wir können auch gut verstehen, dass Sie vor den steigenden Auslastungen der Intensivstationen Angst haben, da könnten Ihnen im Extremfall zwei Coronadeppen Ihre zwei Intensivbetten wegnehmen, die man für Fettleibige benötigt. Auch die vier Intensivpfleger, die Sie dann umdrehen müssen damit Sie sich Ihr Hinterteil nicht wundliegen, wären dann mit den Deppen beschäftig, was für eine ungerechte Welt! Dabei wäre alles so leicht und gar nicht notwendig. Wenn sich die Leute nur am Riemen reißen, etwas für ihre Gesundheit tun und sich endlich impfen lassen (Vorsicht Doppelmoral).

Als gute Nachricht für Sie Hr. Gruber, wir verstehen von Exponentialgleichungen mehr als Sie von biomedizinischen Wissenschaften. Deswegen können wir Sie über eine Fehlannahme Ihrerseits aufklären. Sie sind durch Ihren superhohen Antikörperspiegel eventuell vor einer systemischen Infektion geschützt (oder auch nicht, wie z.B. viele unserer Kollegen, die vollständig geimpft sind und mittlerweile mehr oder weniger schwer erkrankt sind), können aber problemlos Opa und Oma anstecken. Das hat Ihnen Martin Moder wahrscheinlich verschwiegen.

Über Ihre Behauptung, Sie wurden dafür ausgebildet epidemiologische Geschehnisse zu berechnen bzw. vorherzusagen, können wir eigentlich nur schallend lachen. Genauso wie Ihre nominierten Physikerfreunde haben Sie keine Modelle, die die Ausbreitung einer Virusepidemie annähernd brauchbar beschreiben, weil Ihnen das notwendige Wissen um die epidemiologisch-virologischen Hintergründe fehlt. Das können wir unter anderem an Ihrer plakativ eingesetzten Sebastian-Kurz-Polemik erkennen. Die Errechnung der Mortalitätsrate lässt zumindest vermuten, dass Sie die direkte Schluss- und Prozentrechnung beherrschen.

Vielleicht verstehen Sie mathematisch dann zumindest, dass die Covid19-Toteszahlen und die Mortalitätsrate in Österreich in einem vergleichbaren Bereich wie bei der saisonalen Influenza liegen. Ohne dass man systematisch nach Erkrankten und Verstorbenen sucht und trotz der Herdenimmunität der die Bevölkerung unterliegt. Wir nehmen an, Sie würden wahrscheinlich auch gerne alle Österreicher verpflichtend gegen Influenza impfen lassen. Übrigens, neben SARS-CoV2 haben Sie auch eine gute Chance an Influenza zu sterben, Sie gehören zwar nicht zur Gruppe im Risikoalter, aber in die Risikogruppe mit einer entsprechenden Vorerkrankung.

In Summa Summarum lässt sich wieder einmal die typische Kombination aus falscher Ausbildung und einer starken Prägung in Richtung Einbildung feststellen. Ein PR-Clown wie er im Buche steht. Ein besonders einfältiger noch dazu. Wieder ist jemand, dem die wissenschaftliche Grundlage fehlt, zum Sprachrohr des Mainstreams geworden und tritt den Ruf der Wissenschaft mit Füßen. Hr. Gruber, Sie sind kein Wissenschaftler und als Wissenschaftskommunikator sind Sie unqualifiziert und offensichtlich von der österreichischen Bundesregierung gekauft. Daher sind Sie vollkommen ungeeignet die Bevölkerung objektiv zu beraten. Evidenzbasiert sind Ihre Ausführungen auf jeden Fall nicht und selbstreflektiert schon gar nicht.

Referenzen:

  1. Kratky K.W., Gruber W., „The role of time and autonomy in various kinds of control“, in Lasker G.E. et al. (eds.), Advances in Modeling of Anticipative Systems, Windsor, Ontario: The International Institute for Advanced Studies in Systems Research and Cybernetics, 1997, S. 36-41[]
  2. Gruber W., Kratky K.W., „Populations of integrate-and-fire oscillators with different frequencies“, in Trappel R. (ed.), Cybernetics and Systems `98, Vienna: Austrian Society for Cybernetic Studies, 1998, S. 357-361[]
  3. Corona-Verschärfungen: Wien entscheidet am Dienstag – OE24[]

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