Das Journalismus-Niveau der Leitmedien

Zwischen Real-Satire und Gefahr für die öffentliche Sicherheit

Da ich bereits ein halbes Jahrhundert auf diesem Planeten verbringen durfte, hatte ich reichlich Gelegenheit die Rolle des Journalismus, inklusive seiner Verzahnung mit der Politik, zu beobachten. Als Schüler durfte ich miterleben wie, von einem Tag auf dem anderen, die gleichen Medien, welche sonst ausgesprochen pazifistisch agierten, einen Angriffskrieg auf den Irak verherrlichten und fleißig die entsprechende Kriegspropaganda verbreiteten. Bei der Abstimmung über den EU-Beitritt Österreichs war die Positionierung des Mainstreams eindeutig, wer eine andere Meinung vertrat wurde rasch zum Schildläuse-Komplizen des Jörg Haider degradiert. Es folgte eine ebenso einseitige Gehirnwäsche zum Islam-Thema und zur Flüchtlingskrise. Gerade bei den letztgenannten Themenkomplexen werden in der Leserschaft unterschiedliche Meinungen vorherrschen. Vielleicht können wir uns zumindest darauf einigen, dass die Berichterstattung hier alles andere als unvoreingenommen und objektiv war. So mancher, der dieser vertraute, durfte später sein blaues bzw. (propheten-)grünes Wunder erleben.

Die Medien haben schon bei diesen Problemkomplexen eine massive Spaltung der Gesellschaft vorangetrieben, vielleicht ist dies nur eine subjektive Wahrnehmung, welche den Eindruck hervorruft, dass die Degradierung Andersdenkender mit der Zeit immer aggressiver und perfider geworden ist. Nach meinem persönlichen Empfinden wurde in immer stärkeren Dosen vom Haltungsjournalismus hervorgehoben, dass es zwei Klassen von (Mit-)Menschen gibt: auf der einen Seite die intelligenten, gebildeten, anständigen und weltoffenen Bürger, welche das jeweilige Narrativ des Mainstreams teilen, und auf der anderen Seite die ungebildeten, dämlichen, intoleranten Rechtspopulisten bzw. -extremisten.

Die gleichen Journalistencliquen, welche uns bereits in der Vergangenheit mit ihrer unglaublichen Kompetenz die Welt erklärt haben, sind nun wieder auf Mission. Diesmal erklären sie uns die Wahrheit über Virologie und die sogenannten Verschwörungstheorien: Es gibt ihnen zufolge nur eine wissenschaftlich legitime Meinung zu diesem Thema, alle andersdenkenden Forscher werden mit Schmähungen überzogen. Hinsichtlich der Beurteilung divergierender Positionen in der Bevölkerung ist mittlerweile ein neuer Tiefpunkt erreicht: Wer dem gepredigten Narrativ nicht folgt, wird nicht nur als Schwurbler und Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt, bei einigen Artikeln wird bereits eine derartige menschenverachtende Hetze an den Tag gelegt, dass unwillkürlich Erinnerungen an ein sehr dunkles Kapitel der Zeitgeschichte hochkommen.

Wie kompetent sind unsere Journalisten denn diesmal? In Fragen der Wissenschaft verlassen sie sich auf die “Experten“-Auswahl der Regierenden und vertrauen den medizinisch völlig ahnungslosen Faktencheckern mehr als einschlägig kompetenten Forschern. In einer unbeschreiblichen Arroganz und Realitätsferne maßen sie sich aber an, die Wahrheit zu kennen und verbreiten ihr Halb- und Viertelwissen unter einem Millionenpublikum. Hinsichtlich der Beurteilung der Gesellschaft ergibt sich ähnliches Profil der notorischen Inkompetenz. Bemerkenswert ist hier die via Twitter verbreitete Feststellung von Florian Klenk, der dort seiner Überraschung Ausdruck verliehen hat, dass, entgegen der Darstellung des Mainstreams, bei den Anticorona-Demos völlig normale Menschen aus der Mitte der Gesellschaft mitmarschieren [1]. Diese öffentliche Mitteilung war einerseits mutig (der obligatorische Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten) andererseits aber auch eine Selbstoffenbarung. Wo bitte leben diese Journalisten und auf welcher faktischen Basis wird von ihnen über die Protestbewegung berichtet? Die Indizien verdichten sich, dass wir es mit einer politisch-journalistischen Parallelgesellschaft zu tun haben, welche (anscheinend auch unabhängig von der Schaltung der Regierungsinserate) die selbst produzierte Propaganda für bare Münze nimmt. In diese Richtung weisen auch die Ausführungen von Rainer Jesionek, denen zufolge seine Ex-Kollegen das, was sie uns über Corona erzählen, auch wirklich selbst glauben [2]. Man verkehrt somit nur unter seinesgleichen, wer hier eine andere Meinung vertritt, wird sehr schnell als Rechtsextremer zum Gesetzlosen erklärt und als Sündenbock in die Wüste geschickt.

Die erwähnten Coronademos hatten in der öffentlichen Wahrnehmung einen besonderen Effekt. Gerade die Ankündigung der Impfpflicht brachte viele Menschen auf der Straße, welche bisher brav dem bisherigen Mainstream-Narrativ gefolgt waren und die niemals auf die Idee gekommen wären, die Leitmedien als Lügenpresse zu bezeichnen. Mit großer Überraschung mussten diese Menschen feststellen, dass auch sie nun als völlig verblödete, gewaltbereite, rechtsextreme Schwurbler und Verschwörungstheoretiker medial präsentiert wurden. Eine meiner Bekannten fragte mich, nach der Lektüre der einschlägigen Berichte, ironisch: Berichten die wirklich über die gleiche Demo an der wir gestern teilgenommen haben?

Genau solche Erlebnisse werfen bei vielen Mitbürgern und Medienkonsumenten entscheidende Fragen auf. So fragt man sich nun etwa folgendes:

Wenn schon bei einem Aspekt des Coronathemas so unverschämt gelogen wird, dass der Vorwurf der vorsätzlichen Irreführung im Raum steht, wie sieht es dann mit der Seriosität der restlichen Berichte aus? Im Unterschied zu virologischen Fragen oder der impfstatistischen Verteilung der Krankenhauspatienten sind hier nicht einmal umfassende Recherchen erforderlich, man müsste nur vor Ort sein und unvoreingenommen über die gesamte Veranstaltung berichten und nicht nur über einige gewaltbereite Idioten. Dieser Wille ist offenbar nicht vorhanden.

Wenn die Medien es nicht einmal schaffen über eine Veranstaltung, die vor der Haustüre stattfindet, einigermaßen seriös zu berichten, wie ist dann die Berichterstattung aus anderen Erdteilen einzuordnen, wo der nächste Korrespondent oft tausende Kilometer entfernt ist und auch noch gewisse sprachliche Barrieren zu berücksichtigen sind? Was wissen wir also wirklich von der großen, weiten Welt?

Und bei all dem stellt sich noch eine weitere entscheidende Frage, auf die ich allerdings erst zum Schluss eingehen möchte.

Das hier gebotene mediale Spektakel kann man nur als grotesk bezeichnen. Bei diesem verschwimmen die Grenzen zwischen Satire und Realität zusehends, und das betrifft sowohl den Umgang mit den Coronademos [3] als auch jenen mit den sogenannten Verschwörungstheorien [4]. All diese einseitige Berichterstattung, diese unfreiwillige Demonstration von Pseudokompetenz, die gesteuerten Diskussionsrunden mit Möchtegernexperten, die moralisierende und geradezu peinliche Indoktrinierung, all das schon einen gewissen Kabarettcharakter. Als humorvoller Mensch ist man allzuleicht geneigt diese Darbietung unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten. Diese Reduktion auf den kabarettistischen Charakter übersieht allerdings zwei wesentliche Aspekte: Erstens ist die ganze Show für ein reines Unterhaltungsprogramm doch relativ teuer, und zweitens gibt es immer noch genügend Menschen, welche diesen aufgeblasenen Propagandazirkus mit all seinen PR-Clowns nicht als solchen erkennen. Und genau diese fehlende mediale Kompetenz ist eine wesentliche Voraussetzung für die Spaltung der Gesellschaft!

Dieses einseitige Infotainment zeigt nicht nur Konsequenzen durch unqualifizierte Äußerungen von Verfassungsjuristen, sondern auch in der Meinungsbildung der verantwortlichen Politiker. Die Beantwortung der NEOS [5] demonstriert den Grad an Unwissenheit der Parlamentarier, welche offenbar unreflektiert die Propagandamythen als Wahrheit betrachten. Eine ähnliche Erfahrung machten all jene Mitbürger, welche die entsprechenden Briefe [6] an ihre Abgeordneten übermittelt haben. Auch diese Reaktionen zeigen massive Kompetenzprobleme auf, deren Ursache primär in der medial verbreiteten Desinformation zu suchen ist. Es soll hier in keiner Weise eine Form der Besachwaltung propagiert werden, allerdings stellt sich die Frage, ob Personen, deren mangelnde Sachkenntnis es schon bedenklich erscheinen lässt, dass diese medizinische Entscheidungen über den eigenen Körper treffen dürfen, dann noch juristisch verbindliche Entscheidungen für die gesamte Bevölkerung verantworten sollen. Parlamentarier sind zwar schon rein moralisch verpflichtet sich umfassend zu informieren, das ist hier aber offensichtlich unterblieben und die gleichgeschaltete Medienlandschaft hat daher einen wesentlichen Anteil an gesundheitsgefährdenden Entscheidungen und an der systematischen Verhetzung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Man kann auch beim Coronathema natürlich unterschiedlicher Meinung sein. Nur wo bitte bleibt der sachliche Diskurs und der Respekt vor anderen Meinungen? Es entsteht hier der Verdacht, dass genau dieser Diskurs von Politik und Medien verhindert werden soll und die Spaltung der Gesellschaft nicht nur billigend in Kauf genommen sondern vielmehr bewusst vorangetrieben wird. War die ganze Aufklärungsarbeit der Vergangenheit wirklich umsonst? Haben wir noch immer nicht gelernt, dass „Nie wieder“ wirklich „Nie wieder“ bedeutet oder haben wir unser Gewissen lediglich mit irgendwelchen (und offenbar nicht ernst gemeinten) Gedenkveranstaltungen narkotisiert?

Nach all dem kann man nur ernüchtert feststellen: Die Leitmedien sind in ihrer gegenwärtigen Form eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit! Mein Appell lautet daher: Lassen wir uns als Gesellschaft nicht spalten, sondern richten wir unsere verbale Kritik gegen jene Verantwortlichen, welche diese Spaltung in geradezu unheimlich aggressiver Weise vorantreiben. Und diese sitzen unter anderem in den Redaktionen und auf dem Küniglberg!

Ist von diesen Medien in nächster Zeit ein Kurswechsel zu erwarten? Hier kann man durchaus skeptisch sein. Genau diese Medien sind nämlich von der gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Konstellation abhängig. Ein politischer und gesellschaftlicher Umschwung hätte gravierende Konsequenzen für diese Systemmedien. Die Verantwortlichen werden also alles daran setzen um den gegenwärtigen Zustand aufrecht zu erhalten. Und dafür gibt es wahrlich gute Gründe. Ich darf daher am Schluss auf die oben angekündigte Frage zurückkommen. Immer mehr Menschen fragen sich nämlich, welche finanziellen und persönlichen Konsequenzen nach dem ersehnten Ende dieses medialen, politischen und wirtschaftlichen Albtraums zu ziehen sind. Und hinsichtlich der Medien stellt sich die entscheidende Frage: Können und wollen wir uns weiterhin eine solche Presse- und TV-Landschaft leisten und die verantwortlichen Personen weiter in ihren Positionen belassen? Die meisten mir bekannten Menschen beantworten diese Frage mit einem klaren Nein!

Referenzen:

  1. Mega-Demonstrationen in Wien gegen 2G-Apartheid und Impfzwang, für Demokratie und Grundrechte[]
  2. Reinhard Jesionek: Angst und Medien (Vortrag bei der Zukunftskonferenz 2021)[]
  3. Mein Enkerl[]
  4. Die geheimen Protokolle der ÖVP-Weisen von Wien[]
  5. Erschreckende Wissenslücken bei Parlamentariern über Corona und Impfstoffe[]
  6. Abgeordnetenaufklärung[]

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