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Zur wissenschaftlichen Erforschung des Phänomens PR-Clown

Kritische Anmerkungen zu Forschungsstand, Methodik und wissenschaftlichen Perspektiven

Als wir vor zwei Jahren anfingen uns dem Thema PR-Clowns zu widmen, konnten wir die wissenschaftliche Dimension dieses Themenkomplexes in keiner (weder qualitativen noch quantitativen) Hinsicht abschätzen. Der Ausgangspunkt war der medizinische Bereich, da uns hier die Scharlatanerie der PR-Clowns besonders ins Auge gestochen ist und uns eine medizinische Thematisierung des Phänomens obligatorisch erschien. Getreu dem Hippokratischen Eid versuchten wir hier – unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen – punktuell Abhilfe zu schaffen, wobei unser Fokus, neben der partiellen Behandlung des phänotypischen genetischen Aspektes, im prophylaktischen und therapeutischen Bereich lag.

Die themenspezifische Auseinandersetzung zeigte aber auch, dass das hier zur Diskussion stehende Objekt keineswegs auf den medizinischen Bereich beschränkt ist, sondern auch andere Themenbereiche erfasst. Auch dank der Hinweise unserer Leserschaft mussten wir die multiple Dimension des Phänomens zur Kenntnis nehmen. Gerade die Rahmenumstände der letzten zweieinhalb Jahre begünstigten Genese, Wachstum und Vermehrung in einer Weise, die uns an die feuchtbiotopisch-bakteriellen Bedingungen an der Innenseite einer FFP2-Maske erinnert. 

Aufgrund dieser Tatsachen müssen wir offen bekennen, dass wir keineswegs in der Lage sind dieses von uns eröffnete Forschungsgebiet umfassend zu bearbeiten. Auch wenn es vielleicht zu früh ist hier einen interdisziplinären Studiengang (Medizin, Psychologie, Publizistik und Kommunikationswissenschaft) zu initiieren, so zeigen die bisherigen Publikationen doch zumindest die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung in adäquater methodischer und struktureller Hinsicht eindringlich auf. Ein wirkliches Desiderat wäre aus unserer Sicht ein Handbuch, welches der Bedeutung des Phänomens im erforderlichen Ausmaß Rechnung trägt. Diese Aufarbeitung könnte auch ein lohnendes Dissertations- bzw. Habilitationsthema darstellen. Es besteht kaum ein Zweifel, dass die Komplexität des Themas eine besondere Herausforderung darstellt. Auf der anderen Seite besteht hier durchaus das Potential ein Standardwerk in Darwinschen Dimensionen zu schaffen, das etwa den Titel tragen könnte:

Die Entstehung und Vermehrung der PR-Clowns durch natürliche, psychologische und medial-politische Zuchtwahl.

Im Unterschied zu unserem Forschungsgegenstand kennen wir unsere Grenzen und haben auch kein Problem diese offen zu kommunizieren. Wir hoffen daher mit unseren Ausführungen der Forschung den weiteren Weg gewiesen zu haben und erwarten – natürlich in aller Bescheidenheit – die Einladung zur Nobelpreisgala nach Stockholm.